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Ein Nachbarschaftsgarten in Berlin Friedrichshain

Kehler Weg Biotop wird gerade VERNICHTET!

Der Versuchsgarten wurde zerstört!

am 2. März 2010 schreibt Dr. Franz Rebele von der TU Berlin dazu:

Die Abholzung fand vom 23.02. - 26.02.2010 auf Veranlassung von Herrn Rieseberg (Abt. IV der TU Berlin) statt. Die Rodung erfolgte durch die Firma Haus Bau Konzept Berlin/Brandenburg. Auf dem Grundstück sollen drei Häuser gebaut werden.

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Kommentare dazu können auf dieser Seite unten abgegeben werden.
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Liebe Freundinnen und Freunde
des ökologischen Versuchsgartens Kehler Weg,

in der vergangenen Woche wurden die Naturwaldbestände am Kehler Weg 1 in Dahlem im Auftrag des Präsidiums der TU Berlin abgeholzt.
Der ökologische Versuchsgarten des Instituts für Ökologie ist inzwischen als Baugrundstück verkauft worden.
Trotz zahlreicher Proteste wurde unsere seit 42 Jahren laufende Dauerforschung zur Waldentwicklung auf unterschiedlichen Böden zerstört, sind unsere Modellflächen für die Renaturierung urbaner Landschaften vernichtet.
Im Jahr der Biodiversität wird damit auch ein Kleinod der Berliner Stadtnatur der Berliner Bauwut geopfert:
Mehr als 1000 Gehölzindividuen von über 70 Baum- und Straucharten mit einer Höhe zwischen 1 - 22 m wurden gefällt und zerschreddert.
Insgesamt werden mehr als 300 Arten Farn- und Blütenpflanzen verschwinden, darunter zahlreiche vom Aussterben bedrohte und/oder gesetzlich geschützte Arten, z.B. der Blutstorchschnabel, die Waldsegge oder die Sibirische Schwertlilie (Blume des Jahres 2010).
Letztendlich hat doch die Ignoranz des TU Präsidiums gegenüber unserer Forschung und der wertvollen Stadtnatur gesiegt. Erschreckend ist, dass nicht nur seitens einer Universität in laufende Forschung eingegriffen wird, sondern dass man sich auch nicht um den Ruf einer Universität stört, die selbst Studierende für Fächer in den Disziplinen Natur- und Umweltschutz ausbildet. Ein früherer Universitätspräsident der TU stellte im Jahr 1997 fest, dass sich eine Universität gegenüber ihren Studierenden dadurch unglaubwürdig macht (damals wollte uns schon einmal der Finanzsenator das landeseigene Forschungsgrundstück entziehen und verkaufen).
Erschreckend ist auch, dass die zuständigen Senatsverwaltungen, die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung und auch die Senatorin für Stadtentwicklung nichts gegen die Zerstörung unserer Forschung und die Vernichtung der Stadtnatur einzuwenden hatten.
Bei der Abholzung und Räumung des Grundstücks werden selbst die ohnehin schon baufreundlichen Bestimmungen der Berliner Baumschutz- und Naturschutzgesetzgebung missachtet. So wurden nicht nur sogenannte "untermaßige" Bäume gefällt, sondern auch mindestens 10 Bäume, für die eine Fällgenehmigung hätte vorliegen müssen. Die zuständuge Naturschutzbehörde, das Grünflächenamt von Steglitz-Zehlendorf sah auch keine Veranlassung, gegen die Abholzung einzuschreiten, obwohl keine Baumfällgenehmigung vorlag. Auch eine Frischwiese, ein nach §26a Berliner Naturschutzgesetz geschütztes Biotop, wurde ohne Ausnahmegenehmigung erheblich und nachhaltig beeinträchtigt.
Leider sind in Berlin derzeit noch weitere Grünflächenverluste zu beklagen. Auch das 3 ha große bisher von der TU genutzte Forschungsgelände Lentzealle 76-86 wird derzeit in eine Großbaustelle verwandelt. Mit der Vernichtung grüner Forschungsflächen setzt die TU ein negatives Zeichen für die Stadtentwicklung in mehrfacher Hinsicht:
Die TU gibt ein schlechtes Beispiel ab und verstärkt den allgemeinen Trend der immer stärkeren Versiegelung Berlins mit allen negativen Folgen für das Stadtklima und die Biodiversität. Gleichzeitig zerstört sie Projekte, die dem Klimaschutz und dem Stadtnaturschutz dienen und in der Vergangenheit auch beispielhaft für andere Stadtregionen waren. Forschung, die die Lebensqualität der Stadtbewohner verbessert und den Menschen die städtische Natur näherbringt, wird missachtet und kaputt gemacht.

Ich danke allen, die uns bei den zahlreichen Versuchen unterstützt haben, den ökologischen Versuchsgarten Kehler Weg zu retten!

Mit freundlichen Grüßen

PD Dr. Franz Rebele





Video-Interview mit Dr. Rebele im Versuchsgarten Kehler Weg
alle Interviewfragen und Antworten - HIER -






eichhörnchen
Eichhörnchen im Kehler Weg
Der Ökologische Versuchsgarten Kehler Weg in 14195 Berlin muss erhalten bleiben.


Rettet den Ökologischen Versuchsgarten Kehler Weg !


Auf dem Versuchsgelände des Instituts für Ökologie der Technischen Universität in Berlin-Dahlem gibt es einen Garten der besonderen Art. Hier wird kein Gemüse und Obst angebaut, hier gibt es auch keine Zierrasen und Thujahecken. Dafür wachsen hier kleine Urwälder, Rosengebüsche, Trockenrasen und Wildkrautgesellschaften. Als Resultat 40-jähriger Naturentwicklung ist eine große und für Berlin einzigartige biologische Vielfalt entstanden.

Das Präsidium der TU Berlin will nun das landeseigene Grundstück an einen Investor als Baugrundstück verkaufen. Damit wird das Ergebnis 40-jähriger Arbeit zerstört. Unsere Langzeitversuche zur Waldentwicklung auf unterschiedlichen Böden zeigen, mit welch einfachen Mitteln man urbane Wälder für den Klimaschutz bekommen kann. Wenn die Urwaldbestände abgeräumt werden, bleiben zwar noch unsere wissenschaftlichen Publikationen, es fehlt jedoch die praktische Anschauung für die Renaturierungsökologie und es gibt wieder eine Grünfläche weniger in Berlin.

Mehr Informationen erhalten Sie
zur Geschichte des Versuchsgartens (Poster 1) ,
zu den Forschungszielen (Poster 2)und
zur biologischen Vielfalt (Poster 3).

Unterstützen Sie uns, das Naturkleinod „Kehler Weg 1“ zu erhalten!

Initiative zur Rettung den Ökologischen Versuchsgartens Kehler Weg

Kontakt: rebele (ät) tu-berlin.de






Versuchsgelände
Versuchsgelände Kehler Weg




Ein paar Hintergrundinfos zum Gelände Kehler Weg 1 sind auf den folgenden PDF-Dateien zusammengetragen.



Die Geschichte des Versuchsgartens
Kehler Weg Poster 1 .pdf (2.56 MB)

Die Forschungsziele
Kehler Weg Poster 2 .pdf (855.49 KB)

Die Biologische Vielfalt
Kehler Weg Poster 3 .pdf (1.57 MB)

Neuerschienenes Buch über die Langzeitversuche im ökologischen Versuchsgarten "Kehler Weg"
Zusammenfassung: Vom Wildkraut zum Urwald (27KB)

online bestellbar hier PDF 3,58 EUR oder als Paper 35,80 EUR


waldentwicklung
Versuchsgelände Waldentwicklung am Kehler Weg





Zuletzt verändert: 15. März 2010 - 16:09