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Empfehlung: FILM im Vetomat "Wo das Wasser endet - endet die Erde" über den Aralsee und die heutige giftige Sandwüste

Mo 14. Juni 21:00
Mo 14. Juni 23:23

ORT: Vetomat
Scharnweberstr. 35
10247 Berlin

20.00 Uhr: Warme Küche mit einfacher Kost.
21.00 Uhr: Kino

Wo das Wasser endet - endet die Erde

Ein Film Joachim Tschirner

Auf der Insel im Süden des großen Aralsees führte einst jede Straße zum Meer. Heute enden alle Wege in einer giftigen Sandwüste, denn der Aral, vor dreißig Jahren noch das viertgrößte Binnenmeer der Welt, hat sich von seinem ehemaligen Ufer um einhundert Kilometer zurückgezogen. Das langsame Verschwinden des Aralsees ist nach übereinstimmender Auffassung internationaler Experten die größte von Menschen verursachte Umweltkatastrophe.

Der Aralsee war einmal 120 mal so groß wie der Bodensee. Die Dichter des Landes nannten ihn in ihren Liedern das Meer Mittelasiens. Seit ewiger Zeit lebten die Menschen hier in Einklang mit der Natur. In der Aral-Senke herrschte ein ausgeglichenes Klima, im Winter gab das Wasser des Aralsees die gespeicherte Wärme ab, im Sommer sorgte es für Kühle. Durch einen natürlichen Wasserkreislauf wurde das Klima der ganzen Erde beeinflusst. Die gewaltigsten Flüsse Mittelasiens, der Syr Darja und der Amu Darja, der seiner Wasserfluten wegen "der Tollwütige" genannt wurde, transportierten über eine Strecke von 2500 km riesige Mengen Gletscherwasser vom Pamir und Tienschan zum Aralsee.

Seit Mitte der achtziger Jahre erreichen die Flüsse nicht mehr das Meer. Amu Darja und Syr Darja verlieren seit drei Jahrzehnten ihre Kraft in den unzähligen Kanälen für die endlosen Baumwollplantagen und Reisfelder Kasachstans und Usbekistans. Ergebnis einer gegen alle Spielregeln der Natur ausgeweiteten Landwirtschaftspolitik. Der überhebliche Traum, mit spektakulären Eingriffen in die Natur Wüsten in Gärten zu verwandeln, schuf neue Wüsten unvorstellbaren Ausmaßes. Das Grundwasser und die Böden sind vergiftet, die toxischen Werte des Trinkwassers übersteigen die zulässigen Normen. Die Region hat eine der höchsten Kindersterblichkeitsraten in der Welt. Es herrschen Not, Armut und Arbeitslosigkeit.

Der Dokumentarfilm beschreibt eindrucksvoll das Leben im Epizentrum der Aralsee-Katastrophe. Wo das Wasser endet - endet die Erde, sagt ein usbekisches Sprichwort.


last modified 13. June 2010 - 18:48