Garten Rose RosaGarten Rosa Rose

Nuestro Jardín del Barrio en Berlín Friedrichshain

- Pressemitteilung -

Was geschah am 14.3.2008 ?!

Die weitgehende Zerstörung
des Gemeinschaftsgartens Rosa Rose in Berlin Friedrichshain



Zuerst sei aber schon erwähnt, dass wir so schnell nicht aufgeben werden.

Am 12. oder 13. März 2008 wurde Herrn Kreutzer von der Firma Gefiplan die Baugenehmigung für die Kinzigstraße 11 erteilt.
Am Freitag morgen, 14. März 2008, um 7 Uhr früh erschien er in Begleitung einer Gruppe Bauarbeiter mit Kettensägen und Minibagger und einigen Polizisten, um einen neuen Zaun um das Gelände zu stellen. Als etwa 40 Nachbarn, Gärtner und Gartennutzer sich vor dem Garten versammelten, um friedlich gegen die Zaunerrichtung zu protestieren, wurde das Polizeiaufgebot auf ca. 30 Polizisten aufgestockt. Die GärtnerInnen und GartenfreundInnen wurden gewaltsam vom Garten weggeschubst und gezogen, zwei Menschen wurden festgenommen. Daraufhin betraten die Bauarbeiter den Garten und begannen unter Polizeischutz den Garten zu verwüsten. Sie zerstörten Gartenbeete, zersägten die kleine Bar und zertrümmerten den Lehmofen.
GärtnerInnen und AnwohnerInnen sahen fassungslos zu. Einige Pflanzen konnten in Absprache mit den Bauarbeitern gerettet werden. Ein kleiner Teil des Gartens befindet sich auf der Kinzigstraße 13 und wurde nicht eingezäunt. Auf dieser Fläche versammelten sich am nächsten Tag einige GärtnerInnen und legten neue Beete an – ein Zeichen dafür, dass der Kampf um Rosa Rose, einen selbstorganisierten Gemeinschaftsgarten, noch lange nicht zu Ende ist.
Die GärtnerInnen bestehen weiterhin auf ihr Nutzungsrecht und auf Anerkennung der geleisteten Arbeit für die Nachbarschaft und die Gesellschaft. Noch ist es nicht zu spät, die Bauarbeiten zu verhindern. Die Nachbarschaftsinitiative wird auch weiterhin für das Überleben von Rosa Rose kämpfen.

Der Gemeinschaftsgarten Rosa Rose ist ein exemplarisches Beispiel für dringend benötigte Veränderungen hinsichtlich unserer Stadtgestaltung und allgemeiner Machtverteilung.
Auch andere selbstorganisierte, nichtkommerzielle Projekte sind bedroht. Insbesondere für Gärten- und ähnliche Projekte fordern wir daher umgehend zu realisieren, dass:

1. Beschleunigte Baugenehmigungen sind abzuschaffen und die Gesetzgebung ist so zu verändern, dass wirkliche Bürgerbeteiligung garantiert ist.

2. Brachflächen in der Innenstadt dürfen nicht wieder bebaut werden. Die Grundstücke des Liegenschaftsfonds Berlin sind für die Bedürfnisse der Anwohner zu öffnen, statt sie an profitorientierte Investoren zu vermarkten.

3. Ein Fond des Senats von Berlin muss eingerichtet werden, mit dem Bürgerinitiativen wie diese sofort finanziell unterstützt werden können und ihnen die Möglichkeit gibt, über einen längeren Zeitraum Rückzahlungen zu leisten.

4. Der Wert des ehrenamtlichen Engagements der StadtbürgerInnen ist wesentlich höher einzuschätzen als das Eigentum eines privaten Investors mit Kapitalverwertungsabsicht.

5. Als Arbeitsleistung ist anzuerkennen, dass die Initiative die Pflege einer Grünfläche ehrenamtlich übernommen hat. Kosten für Wasser, Pflanzen, Material, kulturelle Angebote usw. wurden privat getragen, um sich für das Gemeinwesen einzubringen.

6. Initiativen wie „Rosa Rose“, die nicht nur Grün schützen, sondern auch die Kommunikation in der Nachbarschaft fördern, müssen wesentlich mehr Unterstützung und Wertschätzung erfahren, da sie nicht nur zur Originalität der Stadt Berlin beitragen, sondern auch helfen, soziale Konflikte zu verhindern - insgesamt also die Kriterien erfüllen, die zur Umsetzung der Lokalen Agenda21 genannt sind.

7. Ernährungssouveränität ist ein Ziel, da es ermöglicht, selber die nötigen Lebensmittel zu produzieren, zu nutzen und Überschüsse auf lokalen Märkten zu verkaufen.

8. Eine Koordinationsstelle für Nachbarschaftsprojekte ist stadtübergreifend einzurichten so dass die Initiativen dort Rat und Unterstützung einholen können.


Die Nachbarschaftsinitiative Rosa Rose



Danke fuer die Offenheit Herr Kreutzer 14.03.2008
- Der Kommentar der Nachbarschaft zu den Geschehnissen im und um den Garten - am 14. März 2008


Nachbarschaftsgarten Rosa Rose von Räumung bedroht!



Der Nachbarschaftsgarten Rosa Rose hat vor kurzem Post bekommen von der BAG Immoblien GmbH, die sich als Eigentümerin der Flächen Kinzigstrasse 13 und 15 ausgibt. Sie gibt bekannt, dass sie die GHG Berlin mbH mit dem Verkauf der Grundstücke beauftragt hat und forderte Rosa Rose trotz klar bekundeter Kaufabsichten seitens Rosa Rose auf, die Flächen bis zum 10. Januar zu räumen.

Für die Fläche der Kinzigstrasse 11 ist der derzeitige Eigentümer Rosa Rose seit dem 16.01.2008 bekannt. Auch diese Fläche würde Rosa Rose gerne erwerben. Als Kaufpreis für die zwei Grundstücke 13 und 15 wurde Rosa Rose eine Summe von 1,2 Millionen genannt, was dem 2,3fachen Wert entspricht.

Freunde des Gartens haben längst Schritte eingeleitet, um den Kauf der Grundstücke, auf denen sich der Garten und der Hundeplatz befindet, vorzubereiten. Solche Summen sind jedoch nicht nur schwer für
ehrenamtliche Normalbürger aufzubringen, sondern auch dermassen überhöht, dass der Eindruck entsteht, sie seien u.U. zur Abschreckung formuliert.

Wir appellieren nun an alle Interessierten, zu helfen, da wir der Meinung sind, die Stadtbevölkerung muss eingreifen, wo ein solch wertvolles Stück an selbstorganisiertem und bis hierhin selbstfinanziertem Bürgerengagements sowie Stadtnatur und Bildungsraum im dicht besiedelten Friedrichshain Gefahr läuft, zerstört zu werden. Es muss Möglichkeiten geben, die Flächen für den Gemeinschaftsgarten Rosa Rose zu erhalten.

Alle Aktiven sind auch weiterhin bereit, viel Zeit und Arbeit in das Projekt (inklusive Finanzierungsplanung) hineinzustecken, aber es braucht mehr Unterstützung und Schutz !!!

Der Flyer mit Spendeninfo für das Kaufvorhaben steht auf der website zum Download:
http://www.rosarose-garten.net/de/downloads

Rosa Rose !

Die Rosa Rose MUSS einfach bleiben
Die Rosa Rose MUSS einfach bleiben - fotographiert von Margret Thieme 2008 (Copyleft)



Última modificación 8. Septiembre 2008 - 19:58